Kognitive Kommunikationsstörungen bei Morbus Parkinson – ein Interview mit Sprachtherapeutin Julia Royko

Hallo Julia! Bei TherAkademie bietest du eine Fortbildung zu kognitiven Kommunikationsstörungen bei Morbus Parkinson an. Was verbindet dich mit dem Thema?

Das Thema begleitet mich seit meiner Studienzeit, in der ich mich während meiner Abschlussarbeiten intensiv mit diesem noch recht unerforschten Störungsbild auseinandergesetzt habe. Die Tatsache, dass Morbus Parkinson eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen ist und im Bereich Sprachtherapie/Logopädie bislang vorwiegend auf die stimmlichen -und schluckspezifischen Defizite eingegangen wird, war für mich zudem Anlass weiter in diesem Bereich zu forschen. 


Was empfiehlst du Sprachtherapeut*innen und Logopäd*innen, die zum ersten Mal vor einer Patient*in mit diesem Störungsbild sitzen? Wo fängt man an?

In erster Linie sollte man durch interdisziplinären Austausch (Neuropsychologie, Ergotherapie, Neurologie etc.) möglichst viele Informationen zusammentragen, die einem bei einer ersten Einschätzung helfen können. Kognitive Kommunikationsstörungen sind ein sehr komplexes Störungsbild, bei dem insbesondere die  Exekutivfunktionen eine zentrale Rolle spielen, da sie sich auf die sprachlichen Leistungen auswirken. Diese Defizite übersteigen auf den ersten Blick klassische Sprachtherapie, was aber nicht bedeutet, dass wir mit dieser Patientengruppe nicht arbeiten können. 


Du hast einen Wunsch frei, was sich in der Sprachtherapie ändern soll. Was wäre das?

Wenn ich eines für unser Berufsfeld in Deutschland ändern könnte, dann dass Forschung und evidenzbasiertes Arbeiten noch mehr in den Fokus unserer  Arbeit rücken. 


Vielen Dank für das Interview, liebe Julia!


Julia Royko ist akademische Sprachtherapeutin (M.A.) und co-hostet den Sprachtherapiepodcast ‘Spill the S.L.T.’.  Zu ihrem nächsten Seminar meldest du dich hier an.

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